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Was ist eigentlich eine Verbindung?

 

Das System ist eigentlich recht einfach:

Studenten bekommen die Möglichkeit während des Studiums günstig zu wohnen, Ausflüge zu machen, Veranstaltungen (u.a. Partys...) zu organisieren etc. Finanziert wird das Ganze durch die Mitgliedsbeiträge der Alten Herren; das sind die, die das Studium beendet haben, und arbeiten. Später werden die Studenten dann auch zahlende Mitglieder. Zur Zeit beträgt der Mitgliedsbeitrag ungefähr 120 Euro im Jahr.

Wer jetzt nachrechnet und sagt, dass man nach einigen Jahren mehr zahlt, als man in Anspruch genommen hat, hat damit natürlich nicht unrecht. Es geht zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr ums Geld in diesem Sinne. Es wird davon ausgegangen, dass einem die Verbindung im Laufe der Jahre ans Herz wächst und man denn Mitgliedsbeitrag gerne zahlt um die Verbindung auch weiterhin am Leben zu halten. Man nennt das auch das Lebensbundprinzip.

...was uns von anderen Verbindungen unterscheidet:

 

  • Wir sind kein "konservativer Haufen" – das verbürgt schon die gleichberechtigte Mitwirkung der jungen Generation. Die Verbindung selbst ist politisch und religiös neutral. Das heißt aber nicht, daß ihre Mitglieder indifferent wären; viele sind privat in verschiedenen politischen und religiösen Feldern engagiert.
  • Wir sind nicht ein getrennter "Altherrenverein" und eine "Verbindung der Aktivitas" sondern "Alte" und Aktive sind gleichberechtigte und verpflichtete Mitglieder der Verbindung. Im Bundesconvent, der die wichtigen Entscheidungen fällt, haben alle gleiches Stimmrecht.
  • Bei uns sind Studentinnen nicht nur schmückende Zutat oder Objekt, über das man mehr oder weniger anzügliche Spässe macht, sondern gleich geachtet, gleich fähig und gleich aktiv wie die Studenten auch - und eine wesentliche Bereicherung des Betriebes.
  • Wir legen keinen Wert auf "Herrenwitze" und bierseliges Gegröle, wohl aber auf geistreiche Rededuelle und Veranstaltungen, die über das gesellige Zusammensein hinaus nützliche Informationen und interessante Diskussionen oder kuenstlerische Erlebnisse bringen.
  • Wir haben keinen Komment, der zum unmäßigen Biergenuß zwingt und das Zusammensein völlig in formalistische Abläufe fesselt. Wir halten uns an Formen, soweit sie für das Zusammensein und Zusammenleben erforderlich sind, und lassen jedem die Freiheit, die er braucht.
  • Wir haben in unseren "Grundsätzen" unsere Lebenslinie festgehalten. Wer in die Verbindung eintritt, muß sich mit Unterschrift verpflichten, sich dranzuhalten.
  • Wir halten nicht viel von äußeren Kennzeichen wie Fahnen, Uniformen oder Bändern. Sie verleiten dazu, durch Betonung dieser Äußerlichkeiten ein Genüge im Ausdruck der Gemeinsamkeit zu finden. Das Zusammengehören soll ohne solche Hilfen die Gemeinschaft prägen. Unser Zeichen, auch wenn es nur auf unserem kleinen Abzeichen ist, mag als Sinnbild genügen.


Von Friedrich Schweikhardt (Ehrenvorsitzender)

Akademische Verbindung Leibniz - AVL
5. September 2010 - 11:39